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Charakter |
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Tabellarische Biographie
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| 1861 | Am 9. Oktober 1861 wird Carl Heinrich Conrad Huter (CH) in Heinde bei Hildesheim als Sohn des Wasserbaumeisters Heinrich Huter und der Johanne, geb. Laffert, geboren. |
| 1866-68 | Entdeckung der primären und polaren Naturelltypen an den Bewohnern seines Heimatdorfes Heinde. |
| 1868 | Am 10. März 1868 verstarb
CH's Vater. Nach Ostern kam CH in die Schule in Heinde. Während CH's jüngste Schwester Emilie bei der Mutter in Heinde blieb, kam Auguste zu den Großeltern Laffert nach Listringen, und CH kam im Herbst zu Onkel Friehe nach Oedelum, der dort eine kleine Landwirtschaft betrieb. |
| 1868-77 | CH wurde in Oedelum durch den Lehrer Almeling ganz besonders gefördert, denn CH sollte nach dessen Meinung und nach Meinung des Pastors das Gymnasium in Hildesheim besuchen. Diese beiden gaben ihm, da ihnen seine besondere Begabung aufgefallen war, während Jahren einen Privatunterricht, der ihm eine weit über die Volksschule hinausgehende Bildungsgrundlage gab. Die Pflegeeltern brachten für seine wissenschaftliche Neigungen kein Verständnis auf. Die Mutter besuchte ihn in dieser Zeit ein- oder zweimal. |
| 1876 | Nach der Konfirmation, an Pfingsten 1876, verließ CH seine
Pflegeeltern, die ihn überhaupt nicht verstanden, und ging zu seiner Mutter nach Heinde,
wo er sich einige Wochen erholen konnte. Die Konfirmation erfolgte am 23. April 1876. Am 6. August 1877 Beginn der Lehre bei Karl Seeger in Hildesheim, einem Portrait-, Dekorations- und Porzellanmaler, nachdem sich sein Wunsch, das Gymnasium in Hildesheim zu besuchen, zerschlagen hatte. |
| 1880 | Abschluss der Lehrzeit. |
| 1882 | Entwurf des großen Naturellschemas zur Berechnung der Harmonie zwischen zwei, drei und mehr Menschen. Die Keimblatt-Theorie als Grundlage der Naturell-Lehre. |
| 1883 | Der Begriff Kallisophie wird durch Carl Huter geprägt. |
| 1881-84 | Studien v.a. in Berlin,
Dresden und Leipzig u.a. bei Prof. Dr. med. B. Cyriax. CH war eine Zeitlang Anhänger der
materialistischen Philosophie Ludwig Büchners. Naturwissenschaftliche, philosophische und
psychologische Studien, außerdem weitere Ausbildung zum Porträtmaler. Tätigkeit an Oper
und Theater in Leipzig. 1884 Mitglied der «Gesellschaft für harmonische Philosophie».
Studien an spiritistischen Medien. CH hatte bisher vier Wandlungen durchgemacht. Einmal war er von seinem evangelisch-lutherischen Kirchenglauben seiner Heimat zur materialistischen Weltanschauung gekommen, von dieser gelangte er in Dresden zur Schönheitsphilosophie und in Leipzig gelangte er zum Spiritualismus. |
| 1884 | Als 23jähriger fasste er den Entschluss, dem damaligen Antispiritismus entgegenzutreten. Er veranstaltete in Norddeutschland Vorträge unter dem Pseudonym Lirani Cherubini. Nachdem er jedoch einsah, dass er die allgemeine Entwicklungstendenz trotz seiner Erfolge nicht aufhalten konnte, kehrte er in seine Heimat zurück, nach Heinde |
| 1885 | Übersiedlung nach Hildesheim im Herbst 1885, wo er als Porträtmaler und Kunstgewerbler tätig war und außerdem rastlos am Ausbau seiner Wissenschaften arbeitete. Die praktische Seite der Psychophysiognomik war weitgehend ausgebaut. Erste Skizzen für einen Irisausdruckskanon. Bis im Oktober 1886 wohnte er im Haus der Witwe Propfe, dann zog er um in eine Dachwohnung bei einem Schlossermeister. So wie zuvor schon in Berlin musste er auch hier die Not, Hunger, Kälte und Elend erleiden. Nach und nach errang er sich aber doch eine kleine Existenz. |
| 1888 | Im Frühling 1888 machte er eine Reise nach Braunschweig, die ihn eine folgenreiche Begegnung erleben ließ. An der Station Derneburg stieg ein Mädchen in den Zug, dessen Erscheinung ihn fesselte: «Vom ersten Augenblick an, als ich Gesicht und Gestalt dieses Mädchens sah, war ich überrascht von der seltenen Schönheit; und mein ganzes Streben und Suchen nach einem weiblichen Wesen, das meinen idealen Wünschen entsprach, schien Leben und Gestalt angenommen zu haben.» Es war eine Bauerntochter aus Bockenem, die er in der Folge näher kennenlernte. |
| 1889-92 | Dieses Mädchen verlobte sich jedoch 1889 mit einem Kandidaten der Theologie. Nachdem sie sich verheiratet hatte, erkrankte CH. Das Halsleiden verschleppte sich. schließlich wurde Halskrebs diagnostiziert. Er verkaufte sein in Hildesheim mühsam aufgebautes Geschäft und siedelte zuerst nach Wolfenbüttel, dann nach Braunschweig über, wo er einige künstlerische Aufträge hatte. Die Ärzte konnten den Fortgang des Leidens nicht hindern. In dieser Zeit machte er zudem auch noch eine Cholera-Erkrankung durch. |
| 1889 | Der Begriff Psychophysiognomik wird durch CH geprägt. Erste Untersuchungen über die Helioda. |
| 1892 | Im Herbst 1892 Umzug zusammen mit der Wirtschafterin und Pflegerin Auguste Neander nach Bremen zu einem Onkel, um bei dem Spezialisten Dr. Schäffer in Behandlung zu gehen. CH wurde mehrfach operiert, aber nicht geheilt. CH lernte die Kuhne-Kur kennen, die ihm Besserung, aber auch nicht Heilung brachte. CH studierte anschließend die unterschiedlichsten Naturheilmethoden. Verlobung mit Auguste Neander, die später wieder aufgelöst wurde. |
| 1893 | Im April 1893 siedelte CH
nach Hannover um. Er mietete eine möblierte Wohnung zuerst Ecke
Schiffgraben/Sophienstraße 7, dann Mitte Sommer 1893 Egidienstraße 3,II. Er wurde von
Prof. Dr. med. Virchow, Prof. Dr. Schuchhardt, Dr. Brodbeck u.a. gefördert. Da ihm weder
die Medizin noch die Naturheilmethoden zur Heilung seines Leidens verhelfen konnten,
suchte er durch sein eigenes Heilsystem, an dessen Grundlegung er arbeitet, zu helfen.
Außerdem allgemein naturwissenschaftliche und naturphilosophische Studien. Das psychophysiognomische Grundgesetz wird durch CH formuliert. Im Herbst 1893 nahm er seine Vortragstätigkeit wieder auf. Er schrieb viele Gedichte und poetische Aufsätze. Er arbeitete außerdem an den wissenschaftlichen Grundlagen der Psychophysiognomik und der Kallisophie. Erste Kontakte mit der späteren Gattin Henny Pieper. |
| 1894 | Vortragsreisen. Verlobung mit Henny Pieper, die jedoch bald wieder auf gelöst wurde. Im Anschluss an einen Vortrag in Langelsheim wurde CH von einem jungen Druckereibesitzer Mende und einer kranken Frau H. gedrängt, dieselbe nach seinem Heilsystem zu behandeln. Es wurde dies zu einem Wendepunkt im Leben CHs. «Es war nie meine Absicht gewesen, eine gewerbsmäßige Heilpraxis zu betreiben. Sehr schwere innere Kämpfe hat es mich gekostet, bis ich mich endlich dazu verstehen konnte.» |
| 1895 | Im Frühjahr 1895 meldeten
sich zahlreiche schwerstkranke Kurgäste und er erzielte solche Heilerfolge, dass eine
Volksbewegung zwischen Lutter am Barenberg und dem Harz entstand. Wo Erfolge sind, da sind
auch Neider. Es wurden ihm eine ganze Reihe Strafprozesse angehängt wegen
gewerbepolizeilicher Sachen. Verlobung mit Emma Gründer aus Lauthental am Harz, die aber bald wieder aufgelöst wurde. Im August 1895 Reise nach Bad Eilsen bei Bückeburg, um die frühere verlobte Henny Pieper (geb 12. 12. 1876) zu treffen. Im Herbst 1895 Vortragsreise. Arbeit an dem Buch «Die neueste Heilwissenschaft». Im Dezember 1895 Reise von Hameln über Hannover, Amsterdam nach London. |
| 1896 | Am 4. Januar 1896 Trauung auf dem Londoner Zivilstandsamt und in der Londoner Paulus-Kirche von einem englischen Geistlichen. Nach der Rückkehr nach Hannover zuerst in möbliertem Zimmer. Vortragsreisen, jedoch nur sehr geringe Einnahmen. Schließlich bürgte eine jüdische Dame dem frisch verheirateten Paar für eine kleine Summe Geld. An Ostern 1896 mieten sie an der Seestraße 25/II eine kleine Wohnung. |
| 1897 | Kauf eines Hauses in Detmold, Elisabethstraße 37, Einzug am 1. April 1897. Am 17. Juli 1897 Eröffnung der eigenen Kuranstalt. Auseinandersetzungen sowohl mit dem Naturheilverein wie auch mit einigen Ärzten. Gründung des Carl-Huter-Verlages für die größeren Werke, 1903 Gründung des Arminius-Verlages für die kleineren Schriften, Broschüren und Zeitschriften. |
| 1899-1902 | Ausgedehnte Vortragsreisen. Hellfühlexperimente. |
| 1899 | Die Helioda in ihrem Wesen klar erkannt und beschrieben. Man kann dieses Jahr als das der Entdeckung der Helioda bzw. der wissenschaftlichen Begründung der Lehre vom Empfindungsvermögen der Materie bezeichnen. |
| 1901 | Im Juni 1901 in Detmold Kongress, der zu einer Zentralorganisation des Huterischen Bundes führte. |
| 1903 | Durch Vermittlung von Sophie Christ erhielt CH ein Darlehen, das ihm ermöglichte, sein Hauptwerk «Menschenkenntnis» zu schreiben und im eigenen Verlag als Manuskript herauszugeben |
| 1904-06 | «Menschenkenntnis durch Körper-, Lebens-, Seelen- und Gesichts-Ausdruckskunde auf neuen wissenschaftlichen Grundlagen», 5 Bände. Dieses Werk ist die grundlegende Arbeit Huters für ein neues Welt-, Natur-, Lebens- und Menschenverständnis. Der Mensch wird in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt; alle Bereiche der Naturwissenschaft und Psychologie, der Religions- und Geisteswissenschaften werden herangezogen. Huter hat in diesem Werk nicht nur die Psychophysiognomik und ihre wissenschaftliche Begründung dargelegt, er hat mehr als 200 Entdeckungen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen und wesentliche ethische und philosophische Darlegungen gemacht. |
| 1906 | Höchststand der Mitglieder im Huterischen Bunde von annähernd 600. Als «Die Neue Ethik» 1906 erschien, fielen mehr als die Hälfte ab. Wenig später fiel von den verbliebenen Mitgliedern, als Folge gegnerischer Machenschaften, nochmals die Hälfte ab. |
| 1907 | «Huter und Haeckel - Der Kampf zwischen zwei Weltanschauungen» und «Die Naturelllehre» erscheinen. |
| 1908 | «Leitfaden zu meinem System der Psychophysiognomik» in einer Zeit schwerer gesundheitlicher Leiden geschrieben. Trennung von seiner Familie in Detmold. |
| 1909 | Am 14. August 1909
Eröffnung von drei «Carl-Huter-Instituten» in Leipzig:
für psychologische Forschung und vergleichende Natur- und Religionswissenschaften für biologische, psychologische, psychophysiognomische, graphologische und psychometrische Feststellungen und Gutachten mit kunstwissenschaftlicher, naturgeschichtlicher und psychologischer Abteilung Ab Juli 1909 war Irma Fleischhacker als Assistentin in diesen Institutionen tätig. |
| 1909 | «Das Empfindungsvermögen der Materie» und der «Führer durch das Carl-Huter-Museum» erscheinen. |
| 1911 | «Illustriertes Handbuch der praktischen Menschenkenntnis» |
| 1911 | «Aus eigener Kraft - Von Pinsel und Palette zur Naturwissenschaft, Philosophie, Psychophysiognomik und Kallisophie» |
| 1912 | Am 4. Dezember 1912 stirbt Carl Huter an Herzversagen, nachdem er schwere Schicksalsschläge durchzustehen hatte. Alle seine Unternehmungen wurden noch zu seinen Lebzeiten aufgelöst. Er wurde am 7. Dezember 1912 in Dresden auf dem Tolkewitzer Johannis-Friedhof beigesetzt. |
| Aus: Carl Huter, Leben und Werk. Mit freundlicher Genehmigung des Carl-Huter-Verlages. |