| Krieg im Nahost
In einem demokratischen
Land wird ein politischer Führer vom Volk gewählt. Es ist demzufolge wichtig, eine
geeignete Persönlichkeit für dieses Amt zu finden und schließlich zu wählen.
Demokratisches Wählen alleine genügt jedoch nicht, um die richtige Person an die Macht
zu befördern. Eine gute Menschenkenntnis ist Voraussetzung dafür. Es sind die
Gewählten, die großen Einfluss auf eine gute Entwicklung, auf die soziale Gerechtigkeit
und den Wohlstand eines Volkes haben. Weltpolitik dominiert in den Medien und zeigt immer
wieder auf, wie viel Einfluss einzelne Personen auf das Volk ausüben können. Ein Volk
ist von dessen Machthabern abhängig, demokratisch oder nicht demokratisch gewählt.
Kriegshetzer Bush
Jeder, der versucht in seinem Amt als Staatsoberhaupt einen Krieg anzuzetteln, ist meiner
Ansicht nach fehl am Platz und verächtlich. Politiker sollten Frieden schaffen und
erhalten können und nicht provozieren, oder gar Kriege heraufbeschwören. Werden dennoch
Fehden angestiftet, so sind die Hintergründe zu durchleuchten. Carl Huter, Begründer der
Psychophysiognomik, hat diesbezüglich eine klare Ansicht geäußert: «Es gibt Kriege,
die berechtigt sind, das sind die Wehrkriege. (...) In allen Kriegen und Revolutionen soll
die moralische Idee die leitende sein. Fehlen dafür Grund und Ursache, so ist der Krieg,
die Revolution verwerflich und kann zum Verbrechen an der Menschheit werden. In allen
Kriegen und Revolutionen sollen Grausamkeiten vermieden und Unschuldige geschont werden,
nur die Brechung der Macht des Gegners soll als einziges Ziel gelten (...) Kriege, die nur
von gewissenlosen Frevlern angefacht werden, um ein anderes Volk zu unterjochen, oder um
dessen materielle Güter zu rauben, oder gar um einem anderen Volke dessen Grund und Boden
streitig zu machen, um es zu verdrängen, um dessen Sprache, Kultur, Geschichte und
Eigenart zu entreißen, ohne Besseres dafür wiederzugeben, sind zu bekämpfen, und die,
welche sie hervorrufen, sollten vor ein Völkergericht gebracht und in die Verbannung
abgeurteilt werden».
Krieg im Irak?
Nach langem Hin und Her hat sich in der ersten November-Woche die Mehrheit des
Sicherheitsrates für die UNO-Resolution gegen den Irak ausgesprochen. Dieses Ergebnis
wurde nur erreicht mittels diplomatischem Druck. Den afrikanischen Ländern beispielsweise
wurde gedroht, dass die humanitäre Hilfe aus den USA ausbleiben könnte, sollten sie die
Resolution nicht stützen. Diese Taktik ist höhnisch.
In der Zwischenzeit sind die UNO-Waffeninspektoren im Irak eingetroffen. Es bleibt
abzuwarten, wie die Ergebnisse ausgehen. In Anbetracht der verbalen Kriegstiraden erstaunt
es nicht, dass 58 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Invasion des Irak für George
W. Bush bereits beschlossene Sache ist. Da bleibt wohl kaum mehr als die Hoffnung. Denn,
Kriege können ausgehen wie sie wollen, Sieger gibt es keine.
Eric Sigrist
1. Dezember 2002 |