Standpunkte und Kommentare

 

Rangordnung der Persönlichkeiten

In jeder sozial strukturierten Gruppe von Säugetieren, also auch bei den Menschen, gibt es zu jeder Zeit ein Wettlauf um die soziale Vorherrschaft – um die Rangordnung. Hat ein Wesen eine bestimmte Stufe auf der sozialen Leiter errungen hat es eine bestimme Stellung – einen Status – in der jeweiligen Gesellschaft. Jedoch wird seine Stellung ständig von Untergeordneten bedroht, gegen die es sich verteidigen muss. Gleichzeitig strebt dieses Wesen die Position der Ranghöheren und Ranghöchsten an. Daraus ergibt sich, dass die Stellung eines Wesens in einer Gesellschaft – der Sozialstatus – unter ständiger Statusspannung steht.

Die Huter’sche Naturelllehre dient als Grundlage für die natürliche Rangordnung der Persönlichkeit. Carl Huter – Begründer der Psychophysiognomik und Kallisophie – war der Ansicht, dass «der Weiseste regiert; der natürliche Adel, der aus den harmonischen, fein empfindenden, talentvollen und genialen Menschen besteht, hat den Vorrang, und die anderen dienen ihm». Nun kommt zu Recht immer wieder die Frage auf: Wie stürzt man einen Diktator von seinem Thron? Die Antwort wäre einfach: Man sollte ihn erst gar nicht an die Macht kommen lassen. Saddam Hussein ist nicht der einzige diktatorische Regent auf unserem Planeten. Wieso sollte also gerade er gestürzt werden? Womöglich, weil sich die amerikanische Regierung sicher ist, dass er im Besitz von Massenvernichtungswaffen sein sollte, die ihm die USA zu Friedenszeiten geliefert und Milliarden dabei verdient haben?

Wenn Barbaren die Welt beherrschen ...
Obwohl der UNO-Sicherheitsrat keine militärische Aktion autorisiert hat, sind am 20. März 2003 die ersten amerikanischen Bomben im Irak detoniert. Das sind die Auswirkungen eines ungebildeten Grössenwahns der uns dazu veranlasst täglich Bilder des Krieges zu Gesicht zu bekommen. Das ist die Konsequenz, wenn «intelligente» Bomben von dummen Menschen gesteuert werden. George W. Bush präsentiert sich in seinen Reden immer wieder gerne als gläubiger Christ. Dass er dennoch einen Krieg anzettelt ist ein beachtlicher Widerspruch. Bedenkt man zugleich, dass er sich vehement für die Erhaltung der Todesstrafe einsetzt, so hinterlässt das bittere Gefühle, die ihn als Person zur Farce werden lassen. Man stellt also fest, auch hier hat die Rangordnung der Persönlichkeiten fehlgeschlagen.

Kriegsverbrechertribunal
Angesichts der Eskalation der Irak-Krise zu einer bewaffneten Auseinandersetzung und der Gefahr von Verletzungen des humanitären Völkerrechts ist der Aufbau eines Kriegsverbrechertribunals unabdingbar. Der durch die Kriegshandlungen erfolgte Bruch des Völkerrechts darf nicht dazu führen, dass die auf Menschenrechte und Völkerrecht beruhende multilaterale Weltordnung in Frage gestellt wird. Konsequent müssen die für Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen verantwortlichen Personen verfolgt und vor Gericht gestellt werden.

So können wir nur hoffen, dass sehr bald die letzte Bombe im Irak fallen wird und möglichst viele dieser unschuldigen Menschen verschont bleiben.

Eric Sigrist
10. April 2003

 

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