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Sommerspiele 2008 in China – Pietätlos

Die Olympischen Sommerspiele 2008 finden in China statt. Wenn wundert’s? Es hat sich in der heutigen Politlandschaft schon mehrmals bestätigt, dass wirtschaftliche Interessen den Vorrang haben und die ethischen und moralischen Grundsätze hinten anstehen dürfen. Auch das IOK hat bewiesen, dass das wirtschaftliche Interesse im Vordergrund steht. Hinzu kommt, dass auch die Olympischen Komitees käuflich sind. Das hat sich in der Vergangenheit bereits erwiesen.

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 beschlossen wurde heisst es unter Art. 3: «Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person». Weiter heisst es unter Artikel 5: «Niemand darf der Folter oder grausamer unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden». Nun ist allgemein bekannt, dass China und somit Jiang Zemin diesen Grundrechten keine Beachtung schenkt. An der jährlich stattfindenden Sitzung der UNO-Menschenrechtskommission hat sich meines Wissens noch nie eine chinesische Delegation zeigen lassen. Das eine Organisation wie das IOK sich über die massiven Menschenrechtsverstösse und konsequente Anwendung der Todesstrafe hinwegsetzt ist verachtenswert!

Zur Erinnerung: Laut amnesty international wurden nur in der kurzen Zeitspanne von April bis Juni 1'781 Menschen hingerichtet. Für das Thema Menschenrechtsverletzung wird sich während der Austragung der Sommerspiele kaum jemand Gedanken machen. China wird das Interesse haben, sich von der allerbesten Seite zu zeigen und während dieser Zeit möglichst viel kritische Pressemeldungen zensieren und unter den Teppich kehren. Für die 22 neuen Wettkampfstätten, die bis 2006 erstellt werden, muss China nach den Spielen ja wieder eine Verwendung finden. Wieso also nicht – wie in den Stadien von China üblich – für Massenhinrichtungen? Optimisten und kurzsichtige Journalisten sind der Meinung, dass durch die Austragung der Sommerspiele ein frischer politischer Wind durch China ziehen wird. Glauben macht ja bekanntlich selig.

Eric Sigrist
17. Juli 2001 (Leserforum - Zürcher Unterländer vom 20. Juli 2001)

 

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